Nur Mut, Mut(h)mann!

Schon von Kindesbeinen an war mir klar, dass ich irgendwie „anders“ war. Mit 7 Jahren diagnostizierte der Hausarzt eine „Übersensibilität“,ich   spürte Vieles schneller. Meine Gedanken waren meist irgendwie „beflügelt“ und fantasievoll. Verstärkt wurde das Ausleben meines Bewegungsdranges durch meine „Leichtathletik-Zeit“. Mit 7 Jahren wurde ich bei den Bundesjugendspielen „entdeckt“, und der Sportplatz wurde mein zweites Zuhause. Wenn ich nicht rannte oder sprang, war ich in der Natur, am liebsten am Chiemsee oder in den Wäldern, und suchte mit meinem Vater Pilze. In unserer Familie waren Förster, Jäger, Kräuterhexen oder Angler und wir waren alle sehr naturverbunden.

„Anders“, das war ich wohl schon immer und dennoch litt ich nicht darunter, denn ich war mit Begeisterung dabei. Bei allem, was ich gerne tat und mich interessierte Vieles. Rückblickend war  meine Kindheit im Chiemgau paradiesisch.  Immer draussen in der Natur, Junk-Food kannte ich nicht, dafür kochte meine Mutter zu gut. Außerdem bewegte mich als Leichtathletin auf der Tartanbahn, in den Wäldern und Seen, weil ich sie so liebte. Die Natürlichkeit war auch nach der Pubertät für mich immer das Allerwichtigste. Der schminklose Nude- Look wurde sozusagen von mir gelebt, bevor er „en vogue“ wurde.

Nach meinem Abitur und meinem Studium der Betriebswirtschaft als Grundlage für meine damals schon anvisierte Selbstständigkeit und ersten Lehrjahren in der IT-Branche) rief mich die große weite Welt. Ich musste raus um über den Tellerrand Oberbayerns hinweg zu sehen. Nach einiger Zeit befand ich mich dann der Liebe wegen in Paris landete. Die Zeit dort beeinflusste vieles in meinem Leben und manchmal kam ich mir mehr vor wie eine Französin, als eine Deutsche. Doch es gab kein kitsch-happy end. Ich wollte zurück nach München. Die Natur, die ich sehr vermisste, gab mir mehr als jedes „Jet-Set Leben“ in Paris.

Mit Anfang 30 wusste ich, dass es nun an der Zeit war, das beruflich zu finden, was mich wirklich begeistert und meinen Neigungen entspricht. Die Familienoption kam ins Hintertreffen, denn gesellschaftliche Erwartungen waren für mich schon immer sekundär. Eine „Karrierefrau“, die alles für den Job aufgibt, das wollte ich dennoch nicht werden, sondern eine eigenständige Balance zwischen Beruf und Freizeit leben. So entdeckte ich auf einer Messe in Paris eine Firma, die Partner in Europa suchte, zusammen mit Klaus Bohrer, mit dem ich schon im Studium gemeinsam arbeitete, gründeten wir unser ersten Geschäft für Maßkleidung gefertigt in Europa, als kleiner, feiner Gegenpol zu „fast fashion“.

Seit diesem Zeitpunkt dreht sich in meinem Leben sehr viel um Qualität und hochwertige Kleidung. Ich konnte meinem Wunsch mit Menschen zu arbeiten, sie zu beraten und zu begeistern, voll ausleben und dabei mit tollen Materialien und Farben „schwelgen“. Von Anfang kam unser Konzept an, wir trafen den Puls der Zeit. Dann kam der Börsencrash. Und die Zeiten änderten sich und parallel das Kaufverhalten der Menschen, Qualität war nicht mehr Trumpf, sondern „Geiz ist Geil“. Die Leute kauften was ein Schnäppchen war und davon viel zu viel. Ich wurde nachdenklich, weil ich wusste, es ist der falsche Weg. gerade was Nachhaltigkeit betraf. Werte wie dieser waren mir immer wichtig, meine Herkunft hatte mich dahingehend geprägt.
Viele verloren das Vertrauen in die Textilindustrie, weil selbst die teuren Marken in Billiglohnländern fertigen. Auch wir bekamen Angebote von Herstellern aus Asien um noch günstiger zu produzieren. Wir lehnten immer wieder ab, denn für uns war unabdingbar, das alle am Produktionsprozess beteiligten faire Arbeitsbedingungen und Löhne erhielten.

 

In meinem neuen, nach diesen Prinzipien gestalteten Geschäft mit mehr Platzangebot für den Kunden, als Ort der „Entschleunigung“ , kam gut an Das Vertrauen zu mir und meine Produkte wuchs und so holten sie sich auch den ein oder anderen Rat. Ich wurde mehr und mehr zur Expertin für Wohlbefinden und Gesundheit  und nicht nur die Modemacherin..

Um unsere Unikat-Kleidung zu tragen braucht man ein einem Körper, in dem man sich wohl fühlt. Doch viele fragten mich, wie ich es denn schaffe meinen Körper so fit zu halten. Ehrlich gesagt war es für mich nicht schwer, weil es mein Leben ausmacht. Doch ich gebe gerne mein Wissen und meine Empfehlungen weiter. Und auf dem Gebiet hat sich in den letzten Jahren sehr viel Gutes getan und ich mich speziell darüber sehr detailliert informiert, als „Präventionsbotschafterin“.

Und jetzt auch noch Corona…….. und verbunden die Angst vor der  Krankheit und dem Tod. Die Menschen teilen sich in derer, der Angst und Abgrenzung und denen, die eine Chance der „Entschleunigung“ und der Rückbesinnung auf Qualität und Gesundheit und der echten Solidarität unter uns Menschen glauben und danach leben. In jeder Krise liegt die Chance der Veränderung: Höchste Zeit für Neues Gutes!

Mein Wunsch ist die Zufriedenheit der Menschen in den Bereichen Gesundheit- Kleidung- Bewegung zu erhöhen, sie zu befreien von Zwängen jeder Art, zu bereichern mit neuer (Lebens) Qualität und auch zu beflügeln. Denn beflügelt bin ich schon seit vielen Jahren, in Achtsamkeit mit der Natur und deren Ressourcen und Neugierde auf das Morgen.

Ich habe Vieles erlebt, erlebe es immer wieder und viele große und kleine Steine überwunden, die da auf dem Weg lagen. Dadurch weiß ich: der Weg ist das Ziel und wir müssen nur eines: Ihn gehen.
Es ist leichter als Sie denken.
Habt Mut!

Über Petra Muthmann